Bei einem Hangrutsch an der Ruhrstraße in Arnsberg-Neheim stand der Bautrupp vor einer schmierigen, fast flüssigen Schicht – die Ursache war ein toniger Schluff mit einer Konsistenz knapp über der Fließgrenze. Genau für solche Fälle bestimmen wir im Labor die Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12. Die Stadt erstreckt sich über rund 193 Quadratkilometer mit Böden, die von devonischen Tonschiefern im Norden bis zu den eiszeitlichen Lösslehmschichten im Ruhrtal reichen. In unserer Erfahrung schwanken die Zustandsgrenzen selbst innerhalb eines Baugebiets wie Müschede deutlich, je nachdem ob man auf verwittertem Fels oder auf Auelehm steht. Wer die Plastizität nicht kennt, riskiert Setzungen, die sich erst Monate nach dem Innenausbau zeigen. Wir kombinieren die Konsistenzgrenzen oft mit einer Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil exakt zu quantifizieren und die Bodengruppe nach DIN 18196 zweifelsfrei anzusprechen.
Die Konsistenzzahl Ic aus den Atterberg-Grenzen ist in Arnsberg oft der einzige Parameter, der eine belastbare Aussage zur Standsicherheit von Baugruben in verwitterten Tonschiefern liefert.
