Auf der gesperrten Fahrbahn der B229 in Arnsberg liegt ein 48-kanaliges Geophon-Spreizband. Ein elektrodynamischer Fallhammer schlägt im Abstand von fünf Metern auf eine Aluminiumplatte – der Impuls läuft durch quartäre Lockersedimente der Ruhrterrassen und wird von 4,5-Hz-Geophonen aufgezeichnet. Der Messrechner stapelt drei Schlagfolgen pro Anregungspunkt und extrahiert die dispersive Phasengeschwindigkeit der Rayleigh-Welle. Weil die Hänge des Arnsberger Waldes oft verwitterte Tonschiefer mit eingelagerten Grauwackebänken aufweisen, schwankt die Scherwellengeschwindigkeit der obersten 30 Meter stark. Genau da setzt das MASW-Verfahren an. Es liefert ein Vs30-Profil, das für die Einstufung der Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1/NA zwingend vorgeschrieben ist. Der gesamte Messaufbau wird rückversichert über unser nach ISO 17025 akkreditiertes Labor, das die seismischen Rohdaten mit dem FK-Algorithmus nach Park & Miller auswertet. Ein CPT-Versuch kann die dynamischen Kennwerte punktuell kalibrieren, wenn der Schichtaufbau unklar bleibt.
Mit einem 48-Kanal-Array und 5-Meter-Geophonabstand lösen wir die obersten 30 Meter so fein auf, dass Baugrundklassen nach DIN EN 1998-1 eindeutig zuordenbar sind.
