Arnsbergs Topografie mit über 250 Höhenmetern Unterschied zwischen Ruhrtal und den bewaldeten Höhen des Sauerlands stellt jede Baugrunduntersuchung vor besondere Herausforderungen. Die devonischen Massenkalke und die darin eingelagerten Karsthohlräume sind im Stadtgebiet allgegenwärtig – allein im Raum Arnsberg wurden in den letzten Jahren mehrere Dolinen dokumentiert, deren Entstehung auf Subrosion im Untergrund zurückgeht. Bei einer konventionellen Bohrkampagne bleiben diese Strukturen oft unentdeckt, weil der Bohrkern nur punktförmige Information liefert. Die vertikale elektrische Sondierung (VES) schließt diese Lücke: Mit einem Vier-Elektroden-Verfahren nach Schlumberger-Anordnung erfassen wir die scheinbaren spezifischen Widerstände bis in Tiefen von 60 Metern unter GOK, sodass sich Hohlräume, Zerrüttungszonen und Wasserwegsamkeiten als Anomalien im Schichtprofil abzeichnen. Gerade im Arnsberger Raum, wo die Untere Honsel-Schichten mit tonig-schluffigen Verwitterungsprodukten und Karstgerinnen abwechseln, liefert die Kombination aus Sondierbohrung und geoelektrischer Sondierung ein belastbares Untergrundmodell, das die DIN 4020 für die geotechnische Kategorie GK 3 ausdrücklich fordert.
In verkarsteten Kalksteinen liefert die VES ein flächendeckendes Abbild des Untergrunds, das punktuelle Bohrungen allein niemals erreichen können.
